Für die einen unter den Menschen sind es lediglich 9 wahllos aneinandergereihte Buchstaben, ein Wort mit einer zugeordneten Bedeutung, oder eine selbsterklärende Geste der Höflichkeit.

Doch um diese Menschen geht es mir heute nicht.
Ich suche vielmehr die Person, die beim Wort „Vertrauen“ tausend Bilder vorm Auge sieht.
Bilder des Glücks, Bilder der Hoffnung, Bilder der Verbundenheit. Aber auch den Schmerz und den Frust welche es mit sich bringt.
Vertrauen ist weniger ein Wort, es ist eher ein Gefühl, eins der stärksten und intensivsten die ein Mensch aufbringen kann.


Sei es der beste Freund oder die beste Freundin, die man seit etlichen Jahren kennt, die Person, vor der du weinen kannst wenn du am Boden bist und die dich niemals für deine Entscheidungen verurteilen würde.
Und selbst wenn sie es tut, dann mit dir zusammen um dir zu sagen wie dumm du gewesen bist. Dich gegen den Kopf zu stoßen und um dich wachzurütteln.

Womöglich hast du einen Partner dem du dein ganzes Vertrauen bedingungslos schenkst, man blendet alles negative aus und gibt sich einfach hin, auf einer unsichtbaren Wolke ins Gefühlschaos, mit der Gewissheit das richtige zu tun, ohne es überhaupt verstehen zu können und zu wollen.
Eine Person, die dich liebt und akzeptiert, dich in den Arm nimmt und nie wieder loslässt.
Wärme, Geborgenheit und das Gefühl geliebt zu werden resultieren alle aus dem Vertrauen welches man jemandem schenkt.

Zu schade, dass so viele Menschen Angst davor haben sich hinzugeben und das Gerüst der Angst abzulegen um einfach die Person zu sein die man eigentlich ist und um das zu sagen, was man auf dem Herzen hat. Sich nicht zu schämen und keine Angst vor gesagten Worten zu haben. Um mit den Konsequenzen zu leben die daraus entstehen.

Doch wenn du genau jetzt schmunzelst und deine rosigen Aussichten getrübt sind, dann hast du bereits die Schattenseiten kennengelernt. Schmerz, Angst, Zweifel …
Denn der Schmerz bei Enttäuschung oder bei Verlust dieser Person ist unzumutbar.
Diese Lebensenergie die man voller Überzeugung in jemanden investiert hat, die Freude und Hoffnung.
Mit nur einem Wimpernschlag kann dieser Mensch es zerstören.

Wenn die Seele einer tiefen, verstaubten Ruine gleicht.
Einem verrostetem Wrack, welcher am Grund eines nie mehr enden wollenden Ozeans liegt.
Völlig allein in der Dunkelheit das Licht suchend. Dann hast du den Schmerz gefühlt. Du kennst den Schmerz und den Frust. Die Angst es jemals wieder zu tun.

Die Blockade bei neuen Bekanntschaften, die es nicht erlaubt dies erneut zuzulassen. Dein Kopf, der dir ununterbrochen davon abrät und dein Herz, das noch in Scherben liegt.
Es gibt nur weniges was so faszinierend ist wie diese eine Sache.

Wir treffen auf unserem Weg unzählige Menschen, wir lieben und werden geliebt.
Wir glauben an Menschen und sie glauben an uns. Ist es nicht wundervoll zu wissen, dass auch andere diese Risiken kennen und es dennoch wagen diesen Schritt zu gehen?
Dass auch Personen in unserer Umgebung, vielleicht sogar in diesem Moment, in ihrem Bett liegen und sich nur wünschen heute jemanden kennengelernt zu haben, dem sie etwas anvertrauen könnten? Jemanden der sie versteht. Der sie toleriert.  Der sie akzeptiert. Aber der Kraftakt des Vertrauens ihnen einfach unüberwindbar zu seien scheint?

Es ist verrückt wie verzwickt alles ist. Wir können mit bloßen Worten, gar durch Schweigen so unglaublich viel bewegen, wenn wir es nur zulassen und niemanden verurteilen.

Was ist Vertrauen, wenn nicht unerschütterliche Grenzen, Mauern und schwere Fundamente, die wir selbst erbauen. Sucht euch eure Begleiter mit Bedacht, doch geht Risiken ein, denn letzendlich möchte jeder das spüren, was auch genau du dir am meisten wünscht.

Diese 9 wahllos aneinandergereihte Buchstaben.

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